Schlemmerwochen

Zum ersten Mal und nur für kurze Zeit

Rheingauer Schlemmerwochen mit Jahrgangspräsentation
Donnerstag, 5. – Sonntag, 8. Mai 2016, täglich ab 12,00 Uhr

In dieser Zeit eröffnen wir erstmalig unsere Hofwirtschaft. Wir führen die kulinarischen Botschafter unserer früheren und heutigen Heimat zusammen und servieren Schweizer Käsespezialitäten und Fränkische Leibgerichte zu unseren Rheingauer Weinen.

Auszug aus unserer Speisenkarte:

  • Schweizer Raclette mit Bamberger Hörla Kartoffeln
  • Fränkische Blaue Zipfel im Silvanersud
  • Hausmacher Brotzeit aus der Hausschlachtung Weinhof Raps.

Weitere Angebote, zum Verzehr vor Ort oder für zu Hause:

Musikalischer Ausklang

Am Donnerstag und Samstag ab 17.00 Uhr bereichert der Frankfurter Singer / Songwriter Harald Andres unsere Hofwirtschaft mit Musikstücken der 70 bis 90er Jahren.

Tischreservierung empfehlenswert unter Tel. 06723-2475 oder Mail an Eva Raps

Wir haben uns sehr über die zahlreichen Gäste, Kunden und Neukunden gefreut, die während der letzten 4 Tage unser Weingut besucht und unsere Weine verkostet haben. Sehr viele Besucher kannten unseren „Verkostungs-Parcours“ noch nicht und waren überrascht und begeistert von unserem etwas anderem Verkostungskonzept, das in einem kleinen Wein und Speisen Rundgang durch das ganze Haus bis hinauf zur Terrasse führte, wo man bei bestem Wetter und einem Glas Weil noch ein wenig verweilen konnte.

Vielen, vielen Dank auch hiermit an unser tolles Team, das diese langen Tage nicht müde geworden ist, immer freundlich und gut gelaunt die Gäste mit Wein und Speisen zu versorgen!!! Danke an Susanne Wolf! Du bist die Kreatorin des soviel gelobten Curry-Linsensalats und Köchin des Chili Con Carnes. Danke an Janina Kirsch und Ute Ahrens! Der Empfang der Gäste war nicht nur ob der Blütenpracht vor dem Haus eine wahrer Genuss. Danke an Octavia Kaster! Du hast unglaublich viel geleistet und jeden Tag 12 Stunden lang hunderte Häppchen zubereitet. Danke an Erhard Heitlinger! Was täten wir ohne Deine kreativen Ideen und Deinen charmanten Service? Danke an Sönje Nickel! Sie haben totz schlimmer Schmerzen wegen des Fersensporns dafür gesorgt, dass das Haus „pickobello“ ist. Danke an Eckart Waitz! Ob Wein- oder Essensnachschub, Du warst immer zur Stelle, wenn irgendwo etwas gefehlt hat. Danke an Zennon Krupa und Azad Oguz! Hunderte Weinpakete habt Ihr fix gepackt und in die Autos der Kunden verladen. Danke an Friedel Moos. Selbst im größten Trubel behältst Du beim Rechnungen schreiben einen klaren Kopf. Danke an Conny Busch! Du bist das perfekte „Mädchen für Alles“. Und last but not least: Danke an Birgit Meirer und Thomas Keber! Am vierten Tag, habt Ihr wieder für frischen Wind und als Auswechselspieler für einen nahtlosen Übergang in der Küche gesorgt.

Es hat viel Spaß gemacht mit Euch Allen!

Es gab einen VDP.Kollegen, der mir 2 Wochen nach der Ernte sagte, dass die 2014er Ernte die schwierigste seiner bisherigen Erfahrung gewesen sei. So schwierig hatten Urban und ich die Ernte eigentlich nicht empfunden, wir kannten es ja nicht anders. Ein wenig anstrengend war es natürlich, aber dass der Winzertag nicht nur 8 Stunden hat, das wußten wir ja schon. Das Schlimmste an diesen letzten beiden Wochen der Lese (die ersten beiden Wochen ab Mitte September war das Wetter noch wunderbar) war im Rückblick der tägliche Blick auf den Wetterbericht mit dem Regenradar, verbunden mit der Frage, auf die niemand eine Antwort hatte: wird es in absehbarer Zeit doch nochmal trocken und sonnig werden…? Diese Ungewissheit und die damit verbundene Unsicherheit, wie wir das Lesemanagement für den nächsten Tag gestalten sollen, das war für schon etwas nervenaufreibend. Also doch eine schwierige Ernte… Doch damit sind wir ja nun gut gewappnet auf das was kommen mag und egal wie schlimm es kommt – wir haben eine Ernte mehr Erfahrung als in 2014…

Die Gärung verlief wunderbar zügig und wir waren froh, dass wenigstens ein Fass in der Gärung stehengeblieben ist, denn diese Restsüße brauchen wir jetzt, um dem ein oder anderen trockenen Wein noch etwas mehr Balance in Form von ein paar Gramm Restzucker mit auf den Weg geben zu können.

Und dann kamen ab dem Januar die ersten spannenden Momente der Jungweinproben, mal alleine bei uns im Weingut, mal zusammen mit Kollegen und Experten und schließlich bei den ersten offiziellen Präsentationen wie der ProWein in Düsseldorf und der Weinbörse in Mainz.

Seit wir die Entwicklung eines Weines vom Fass bis hin auf die Flasche und anschließender Flaschenreife so hautnah erleben, wird uns bewußt, dass jede Einzel-Verkostung eines Weines nur eine ganz kurze Momentaufnahme im Leben eines Weines reflektiert, so wie eine einzige Seite in einem dicken Familien-Fotoalbum.

So hat der Geschmack des Weines so lange er noch auf der Hefe liegt kaum Ähnlichkeit mit dem gefilterten Wein. Und einmal gefiltert schmeckt der Wein bei jeder Probe anders, sei es weil man selbst in jeweils anderer Stimmung ist, sei es weil der Wein mal wieder einen gewaltigen Entwicklungssprung seit der letzten Probe gemacht hat. Nur wenige, der ganz herausragenden bzw. anders schmeckenden Fässer erkennt man immer wieder – auch in einer Blindprobe – heraus.

Bis dann der Tag der Abfüllung kommt. Der Wein scheint in einer Art Schockzustand und wir werden es tunlichst vermeiden, ihn künftig früher als 3 Wochen nach der Abfüllung zu verkosten, so deprimiert waren wir nach der Verkostung der ersten Abfüllung des 2014er Gutsweines…

Beseelter Wein und dann so ein Abfüll-Monstrum. Muss da der Wein nicht geradezu in einen Schockzustand fallen…?

Umso glücklicher waren wir dann, dass unser erster Jahrgang bei der ProWein und Weinbörse mit viel Lob bedacht wurde. Und auch wir haben natürlich den ein oder anderen Kollegenwein verkostet und fanden unsere „Babys“ mindestens genauso schön. Und ganz sicher nicht nur, weil das  frischgebackenen Eltern eben immer so geht 🙂

Ob unsere Erziehung jedoch in genau die von uns gewünschte Richtung geführt hat, das werden wir erst in ca. 6 Monaten sehen, dann werden die Weine aus ihrem Pubertäts-Stadium hinaus sein, sich in ihrer ganzen Schönheit zeigen und sicher manch bisher ungeahnten, ganz eigenständigen, Charakterzug entwickelt haben.

Klarheit, Präzision und Rückrat zeigen Sie auch heute schon – die Anlagen für etwas ganz Großes sind also gelegt…

 

Auch wenn man alles im Weinberg, bei der Lese und dem Ausbau richtig gemacht hat – die Cuvée ist alles entscheidend…

Während wir fast ungeduldig darauf warten, dass die Reben wachsen und es wieder Arbeit in den Weinbergen gibt, beschäftigt uns in den letzten Wochen die Einordnung der einzelnen Fässer zu den Cuvées der verschiedenen Rieslingweine. Was das heißt ist wohl den wenigsten Weinliebhabern bewußt, aber ich finde das eine so spannende neue Erfahrung, dass ich diese unbedingt hier teilen möchte.

Fangen wir von oben an, bei unserer VDP.GROSSEN LAGE dem Hattenheimer Wisselbrunnen.

Nach der Vorlese der bereits von Botritys befallenen Trauben, haben wir das gesunde Lesegut an drei aufeinanderfolgenden Lesetagen geerntet und jeweils separat in Edelstahlfässern ausgebaut. Jedes dieser Fässer hat eine eigenen Geschmack und auch die Säure und Restzuckerwerte variieren etwas. Da wir aber nur den Wein mit den besten Anlagen für eine gute Flaschenreife und mit dem klaren und präzisen Geschmacksbild unserer Vorstellung unter der Bezeichung Wisselbrunnen vermarkten wollen, braucht es schon gewisse hellseherische Fähigkeiten in diesem frühen Stadium die wahre Qualität – sprich das Entwicklungspotential – des Weines zu erkennen und zu entscheiden welches Fass das Rennen machen wird.Und nur dieses Fass bleibt noch eine Weile unberührt im Keller zur Reife liegen, während die anderen Weine aus dieser Lage in die Kategorie des Hattenheimer Ortsweins herabgestuft werden.

Genauso verhält es sich mit den Fässern aus der VDP.ERSTEN LAGE Hattenheimer Schützenhaus. Unser Besitz in dieser Lage ist ziemlich groß, so dass wir auch hier nur die allerbesten Fässer unter dem Lagennamen vermarkten werden, auch wenn wir die gesamte Fläche mit den gleichen Qualitätsanforderungen wie z.B. Ertragsreduzierung und maximaler Reife der Trauben erzeugt haben.

Wenn die Entscheidung bezüglich der Lagenweine gefallen ist, sollte man meinen, dass sich die VDP.ORTSWEINE von ganz alleine ergeben, nämlich alle Weine aus Hattenheimer Lagen kommen in den Hattenheimer und alle Weine aus den Hallgartener Lagen (z.B. Hendelberg, Schönhell, Jungfer) werden in den Hallgartener Ortswein cuvéetiert. Was aber, wenn in diesem Jahr die Weine aus Hattenheim insgesamt schlanker sind und mineralischer schmecken als die Weine aus Hallgarten? Wo es doch im letzten Jahr genau anderesherum war und das eigentlich auch logischer ist, da die Hallgartener Lagen 100 – 200 Meter höher liegen als die Hattenheimer….!?  Da gilt es jetzt ganz genau und immer wieder hinzuschmecken und die Weine in kleinen Probemengen miteinander zu verschneiden um eine Idee von dem Endergebnis zu erhalten, das am Ende die unterschiedliche Charakteristik der beiden Herkünfte zeigen soll.

Aus den Weinen, die dann absolut „aus der Reihe“ tanzen, entsteht der Gutswein. Und deshalb ist der Gutswein auch die Visitenkarte des Weinguts. Denn in den Spitzenbetrieben, zu denen wir uns zählen,  werden alle Weinberge mit Sorgfalt bearbeitet und die Trauben mit maximal möglicher Reife geerntet. Der Gutswein ist also keine Cuvée aus minderwertigen Weinen, sondern aus Weinen, die entweder aufgrund ihrer Stilistik nicht in die jeweilige Herkunftskategorie passen oder die der „Auslese der Besten zum Opfer gefallen“ sind.

In jedem Fall trägt der Gutswein die Handschrift des Weinguts und so sollte man bei der Beurteilung eines Weinguts diesem Basiswein seine ganze Aufmerksamkeit schenken, denn in ihm vereinen sich letztlich die gesammelte Qualitätsanstrengungen des Winzers. Nicht umsonst wird der Gutswein auch als Visitenkarte des Weinguts bezeichnet.

 

Hoffentlich wird die Kirschessigfliege nicht zur Reblaus unserer Tage… Wir selbst kamen 2014 nochmal davon, aber an anderen Orten war es wohl ziemlich kriminell.

Gestern haben wir unsere Spätburgunder, die wir kerngesund ernten konnten, verkostet. Ob im Doppelstück-Fass oder in den Barriques alle haben uns richtig gut gefallen. Bis vor Kurzem konnte man die Roten noch gar nicht probieren, denn erst wenn der biologische Säureabbau weitgehend abgeschlossen ist, läßt sich erahnen was aus den Weinen werden wird.

Dann kommt der Einfluss des Holzes hinzu. Hier sind wir noch unschlüssig und ganz gespannt, ob das Tanin und die Rauchigkeit, die vom Fass des Holzes auf den Wein übertragen werden in den nächsten Monaten stärker zu schmecken sein wird. Wieviel davon gibt das Fass gleich in den ersten Wochen ab und wie nimmt der Wein das Ganze auf? Sehr spannend!

Überhaupt ist die Begleitung der Weine vom Most bis zur Reife, eine der spannendsten neuen Erfahrungen, die wir machen dürfen. Als Weintrinkerin hatte ich mehr oder weniger nur Einzelflaschen im Keller. Jetzt verkosten wir permanent in kurzen Abständen die gleichen Weine – und jedes mal wirken sie anders. Zum Einen liegt das immer auch am Ort und Zeitpunkt der Verkostung, dem Glas, der Temperatur des Weines, der eigenen Stimmung… aber der Wein entwickelt sich ja permanent und gerade in den Wochen und Monaten nach der Abfüllung sind die Fortschritte bzw. das was wir in den Weinen wahrnehmen enorm unterschiedlich.

 

Die Reblaus ist der natürliche Feind der Weinrebe. Sie ernährt sich von ihrem Blatt- und Wurzelwerk bis die Rebe abstirbt. Einer unser natürlichen Feinde ist auch eine Laus, eine Laus, die uns über die Leber gelaufen ist. Sie zehrt an unseren Nerven, saugt uns aus und lässt unsere Freude absterben.

Es liegt in unserer Macht, die Adventszeit zu einer „lausfreien Zeit“ zu machen. Ärgern Sie sich nicht: Wenn die Schlange bei den Weihnachtseinkäufen an der Kaufhauskasse so lange ist und Sie dringend zum nächsten Termin müssen. Wenn die Frau neben Ihnen das letzte Videospiel aus dem Regal genommen hat, das Sie Ihrem Sohn schenken wollten oder wenn die Plätzchen total verbrannt sind. Die besondere Zeit des Advents ist zu schade um sich zu ärgern. Genießen Sie stattdessen: die wunderbaren Gerüche nach Zimt und Punsch, die erleuchteten Fenster und Plätze in den Städten, die Vorfreude auf Weihnachten.

HEUTE entscheide ich mich, dass mir vor Weihnachten keine Laus über die Leber läuft. Ich genieße den Advent.

 

Jungweinprobe

26. November 2014 | von Eva in Weingut - (0 Comments)

Heute hat Urban zum ersten Mal eine Faßprobe aller Weine im Keller gezogen und wir haben nach Rebsorten und Herkünften sortiert verkostet.

Ein extrem spannender Moment, der nicht mit der ein oder anderen Einzelprobe unten im Keller zu vergleichen ist. Allein das Probieren der Weine in der Kelleratmosphäre erlaubt keine Objektivität. Daher haben wir die Proben oben im Wohnzimmer aufgestellt – in einer möglichst neutralen Atmosphäre.

Und nach ca. 3 Stunden harter Arbeit, des Hin- und Herverkostens, des Diskutierens, des Spekulierens und des Nachschlagens im Kellerbuch – sind wir ziemlich glücklich….

Und das ist jetzt kein Schöngerede sondern es scheint wirklich so, dass eine gute Hand über uns wacht und uns auch durch diesen ersten, schwierigen Herbst getragen hat.

Wir wissen ja, dass wir mit der „Notlese“ unseres Wisselbrunnes bei feuchter Witterung schon zum Gespött der Hattenheimer Kollegen geworden sind, aber der Wein, den wir nach zweimaliger Auslese nun im Glas haben schmeckt wirklich besonders. Das wird der Knaller!

Ein paar wenige Weine wirken etwas oxitativ und müssen nun schnell von der Hefe, aber warum gerade diese Fässer, das können wir uns nicht erklären. Manchmal ist es so, dass der gleiche Wein mit der selben Hefe vergoren, im anderen Fass ausgebaut, völlig anders schmeckt. Natürlich spielt da eine Rolle, wie groß das Fass ist, ob es gekühlt werden kann, oder ob es Holz oder Edelstahl ist, aber es gibt keine klare Linie – zumindest können wir diese nicht erkennen – welches Faß, welche Größe oder welche Hefe nun tatsächlich die besseren Weine entstehen läßt.

Wie schon im Jahr 2013 erkennen wir die TopWeine wieder, aber auch unter den vermeintlich einfacheren Qualitäten gibt es richtig klasse Weine.

Besondere Freude machen mir, selbst nach zwei Stunden im Glas, die Burgunder und der Chardonnay. Urban muss jetzt nur noch den letzten Schliff richtig setzen, – und hier kann man viel verkehrt, aber auch viel gut machen! –  dann werden wir mit den Weinen positiv auffallen, da bin ich mir sicher.

Und last but not least – unser Silvaner…. der Schweizer Franke!. Ich bin ja überzeugt, dass das ein superklasse Wein wird, aber ich muss zugeben inmitten der ganzen Riesling-Diven tut sich so ein zurückhaltender Klassiker, der ganz gewiss noch einige Monate Zeit braucht, doch ein bisschen schwer. Aber ich freue mich auf den Tag, wo ich ihn in die Reihe seiner Kollegen stellen und verkosten kann. Man kann eben nicht Äpfel mit Birnen vergleichen… und so auch nicht Rheingauer Riesling mit Silvaner….