Entdecken Sie mit uns die Schönheiten Hattenheims.

CollageBrunnenweg

Diese Wanderung durch die Hattenheimer Gemarkung von ca. 1 Std (4 km), unterbrochen von einer oder mehreren Weinproben und auf Wunsch auch Vesper, bieten wir ab sofort allen interessierten Weinkunden an. Zu entdecken sind die Margarethenkapelle, das Dillmetz- und das Hasselkreuz, der Nuss-,  der Wissel-und der St. Urbansbrunnen, der Bildstock Mariä Krönung sowie ein schöner Aussichtspunkt mit einem kleinen Steintisch.

Sprechen Sie uns an!

Gruppenfotoklein

Die Premieren-Wandergruppe hatte jedenfalls schon mal ihren Spaß auf dem Brunnenweg…

Wie eine Armee verletzter Soldaten….mit Trauerflor…

Wie verletzte Soldaten stehen unsere Reben da, seitdem in der letzten Woche ein Heer von Südamerikaner über sie hergefallen ist. Und das auch noch in unserem Auftrag. Doch die Mission der Südamerikaner war friedlich und hieß „Umpfropfen“.

In einer Seitenlage des Hendelbergs, direkt angrenzend an den Steinberg, hatte Hans Lang vor ca. 15 Jahren Dornfelder angepflanzt. Wir haben keine Verwendung für diesen Wein (denn wir lieben Spätburgunder)  und trugen uns mit dem Gedanken die Rebstöcke auszuhacken. Da stieß Urban auf eine andere Möglichkeit, mit der man einen neue Rebsorte pflanzen kann, ohne auf die Kraft der Rebwurzeln der 15 jährigen Stöcke verzichten zu müssen.

So lagerten wir im Herbst die Ruten eines Weissburgunders ein und die Profis aus Südamerika schnitten die Augen dieser Ruten heraus und pflanzten sie in den Stamm der Dornfelderreben. Dazu braucht es eine spezielle Schnitttechnik mit eine Kerbe in den Stamm geschnitten wird. Das Auge des Weissburgunders wurde dann in diese Kerbe gelegt und mit einer Art Tapeband festgebunden.

Das geschah in der letzten Woche und wir warten jetzt darauf ob diese Weissburgunder Augen anwachsen. Wenn alles gut läuft ernten wir dann im nächsten Jahr schon den ersten Weissburgunder aus unserer Dornfelderanlage…

Spannend, diese Geschichte, oder?

Die eingelagerten Routen des Weissburgunder

Die Profis aus Südamerika

Das Auge des Weissburgunders wird in die Kerbe des Dornfelders gelegt.

Der Dornfelder erhält eine Fußbinde

Und übrigens, der Trauerflor, das sind Hagelschutznetze, die bereits zu Hans Langs Zeiten angebracht wurden.

Seit drei bis vier Wochen gehen Urban und ich regelmäßig in „unseren“ Wisselbrunnen, denn sobald die Triebe ca. 10 cm lang sind, gibt es immer etwas zu tun. Ich nenne das die „Pflege und Erziehung der Weinberge“, denn das ist es im wahrsten Sinne des Wortes. Und so schön wie diese Worte klingen, so empfinde ich diese Arbeit, die wenig anstrengend ist und bei der man die Entwicklung der Rebe und des ganzen Weinbergs so gut verfolgen kann.

Nach dem Rebschnitt verbleibt von dem ganzen Gewirr eines Weinstocks eine einzige (nackte) Rute mit ca. 8-12 „Augen“, aus denen ab April die Knospen aufbrechen. Diese Rute wird beim Binden um den Heftdraht geschlungen, so dass manche Augen in Richtung des Bodens und nicht wie gewünscht nach oben hin austreiben.

Die „nackte“ Rute im Frühjahr

Diese Triebe und auch zu dicht wachsende Triebe sowie die Triebe, die am Stamm herauswachsen, werden bereits nach einigen Tagen des Wachstums ausgebrochen. Aus dem Stamm wachsen auch später noch Triebe, die dann wiederholt „ausgeputzt“ werden müssen.

Die Triebe nach dem Ausbrechen

Wenn die Triebe dann ca. 30 – 40 cm lang sind, werden, die mittleren Drähte, die wir beim Schneiden ganz aus der Halterung an den Pfählen genommen und auf den Boden gelegt haben, nun nach und nach links und rechts der Triebe so eingehängt, dass sie eine Stütze bilden an der die Triebe möglichst kerzengerade nach oben wachsen können. Mit dem Wachstum werden diese Drähte immer höher eingehängt und gleichzeitig werden die beiden oberen Drähte nach unten gelegt und nach und nach so eingehängt, dass auch längeren Triebe Halt bekommen. Gerade bei stürmisch, gewittrigem Wetter ist das sehr wichtig und schützt die Triebe vor dem Abbrechen.

Der „gepflegte“ Weinberg kurz vor der Blüte

Und jetzt warten wir auf die Blüte. Erste Anzeichen dafür haben wir schon entdeckt. Wenn das Wetter weiterhin sonnig bleibt, ist die Blüte in ca. einer Woche vorrüber und der Grundstock für den Jahrgang 2015 ist gelegt.

Am 7. Juni haben wir die ersten Blüten entdeckt

 

Ökologischer Weinbau

22. Februar 2015 | von Urban in Allgemein | Weingut - (0 Comments)

Vergangene Woche nahm ich an einem einwöchigen Kurs zum Thema „Einführungskurs ökologischer Weinbau“ teil, den der Ökoverband ECOVIN im Kloster Jakobsberg durchgeführt hat.

In der Einleitung des Programmflyers hieß es:

„Hohe Betriebsmittelaufwendungen, Verluste an wertvoller Bodenkrume, Nitratauswaschungen und administrativ festgelegte Mengenerträge haben auch im Weinbau in den letzten Jahren ein Umdenken herbeigeführt. Immer mehr Winzer versuchen auf chemisch – synthetische Stoffe zu verzichten.
Gerade der Weinbau ist als Monokultur ein sehr anfälliges System, dass durch intensive pflegerische Maßnahmen geschützt werden muss. Der ökologische Weinbau bietet Maßnahmen und Verfahren an, mit denen die Gesundheit von Boden und Reben langfristig gefördert und erhalten werden kann…. “

Rechts: unsere Weinberge im Herbst 2014, beide Gassen begrünt

Nachdem ich im letzten Jahr hautnah erleben durfte welche Vor- aber auch Nachteile ökologischer Weinbau hat, (unser Weingut ist seit dem Jahrgang 2012 zertifiziert) war ich natürlich sehr gespannt was die Referenten zu verschiedensten Themen zu berichten wussten. Eine Weiterbildung ist ja immer ein Abgleichen von Theorie, Praxis und den eigenen Vorstellungen.

Die rund 30 Teilnehmer kam aus allen Teilen Deutschlands und sogar eine kleine Gruppe aus Holland war dabei. Von Weinhändler über Hobbywinzer bis hin zu Profis war alles vertreten.

Der erste Tag:
Der vielfältige Themenreigen begann am ersten Tag mit dem Vortrag „ der Boden als Grundlage des ökologischen Weinbaus – der Boden als lebendiger Organismus“. Ein sehr spannendes Thema. Die Wetterschwankungen werden immer extremer. Das Klima wird wärmer, die trockenen Perioden werden immer länger, aber auch die Niederschläge werden immer intensiver. Viele Böden sind mit dieser Situation überfordert und so kommt es, dass die Maschinen und Vollernter tiefe Spuren hinterlassen, die man nicht so einfach wieder beheben kann.

Eines der Hauptanliegen des ökologischen Weinbau ist daher die Begrünung der Gassen zwischen den Reben und deren Bearbeitung, denn durch gezielte Maßnahmen kann man hier dem Boden wieder richtig Leben „einhauchen“. Oft ist es so, dass jede zweite Gasse umgebrochen wird und die andere mit einer Begrünung versehen ist, und nach ca 3 Jahren wird gewechselt. So wurde es auch im Weingut Hans Lang praktiziert.
2014 wollte ich nun die offene Gasse mit einer vielseitigen Samenmischung einsäen und die bisherige begrünte Zeile umbrechen. So weit so gut. Ich wählte sorgfältig aus mehreren Anbietern und Samenmischungen meine Aussaat der Wahl, und bereitete alles perfekt für die Einsaat vor. Der Samen wurde ausgebracht und wir warteten auf die ersten grünen Spitzen. Jedoch hatten wir nicht mit dem warmen und trockenen Frühjahr gerechnet, denn der Samen benötigte bald dringend Regen, der leider nicht kam. Die Einsaat wuchs so langsam und so schwach, dass ich sehr enttäuscht war. Die ganze Arbeit war fast vergebens…!!!
Als dann der Boden dann doch noch grün wurde, war der Zeitpunkt für das Umbrechen der alten Gasse schon zu spät, denn mit dem Umbrechen des Bodens wird viel Stickstoff freigesetzt. So ein Stickstoffschub, der wie eine riesige Düngemitteldosis wirkt, war zu diesem Zeitpunkt jedoch absolut unerwünscht, da die einzelnen Beeren an der Traube sehr groß und sich in der Reifephase gegenseitig abquetschen würden…. und das hieße große Fäulnisgefahr.
Also was Tun??? Wir entschieden, den Weinberg auf Vollbegrünung umzustellen. Das heißt seither ist bei uns jede Gasse ist begrünt und dadurch besser befahrbar. Im Oktober 2014, der ja bekanntlich extrem nass war  wurde sehr viel Wasser von den Gräsern aufgenommen und stand damit nicht den Reben zur Verfügung. Die Beeren wurden nicht zu prall und somit blieben unsere Reben länger gesund, was uns von den Kollegen im Ort mehrfach bestätigt wurde. Fazit: Glück im Unglück!

Der zweite Tag:
„ Nährstoffversorgung im System ökologischer Weinbau“
Ebenfalls ein sehr spannendes Thema. Ziel muss es sein, das Bodenleben so zu versorgen dass sich die Rebe darin wohl fühlt und keine Mangelerscheinungen zeigt. Ein Satz der sich vielleicht im ersten Moment komisch liest, aber ist tatsächlich so. Ein intakter Boden der keine Bodenverdichtungen hat, viele Bodenlebewesen besitzt ( Regenwürmer… ) ist ein guter Weinbergs Boden. Und wie bekommt man so einen Boden? Einerseits ist hier auch die Begrünung der Gassen extrem wertvoll und zusätzlich bringen wir regelmäßig – vor allen Dingen dort, wo die Reben ein eher schwaches Wachstum oder Mangelerscheinungen zeigen, organische Dünger (Kompost) in den Weinberg ein.

Dritter Tag.
„Pflanzengesundheit im ökologischen Weinbau“
Es ist nicht so, dass im ökologischen Weinbau nicht gegen Krankheiten gespritzt wird, aber es sind ganz andere Mittel wie in konventionellen Weinbau. Der Pflanzenschutz kann für Ökobetriebe sehr schwierig sein, und dies ist wohl auch der häufigste Grund warum nicht mehr Winzer auf ökologischen Weinbau umstellen. Die konventionellen Mittel dringen in die Pflanze ein und wirken dadurch stärker und auch länger und bieten dem Winzer mehr Sicherheit.
Wir dagegen nutzen Mittel (Schwefel und Kupfer), die „nur“ an der Oberfläche der Rebe wirken und schützen damit die Rebe vor Peronospora (falscher Mehltau) und Odium (echter Mehltau). Weitere organische Mittel, die wir verwenden stärken die Rebe und machen sie widerstandsfähig gegen Krankheiten. Man könnte das auch als „Hilfe zur Selbsthilfe“ bezeichnen…

Vierter Tag:
„ Richtlinien, Kontrolle und Deklarationsfragen“
Ohne Bürokratie geht es leider nicht… so wurde uns erklärt was wir z.B. auf das Etikett schreiben müssen und wie gross die Buchstaben dafür sein müssen. Dieser Workshop war für mich persönlich nicht besonders interessant, da unser Weingut ja schon auf ökologischen Weinbau umgestellt ist. Da mehrere Gruppen gebildet wurden, konnte ich jedoch unserer Gruppe verschiedene Tipps geben auf was man bei einer Umstellung achten muss.

Fünfter Tag:
„ biologisch – dynamischer Weinbau“
Die Einführung gab uns einen Einblick in den biologisch – dynamischen Weinbau und seine Umsetzung in der Praxis. Ein zweiter Teil war die Bedeutung der Präparate und der deren Einsatz in der Praxis.
Da mich dieses Thema extrem interessiert und ich auch schon die ein oder anderen „Maßnahme“ in 2015 fest eingeplant habe, werde ich zu diesem Thema ein anderes Mal berichten…

Das Foto habe ich letzten Winter aufgenommen beim Rausziehen der alten Reben. Unkompliziert war das gar nicht, denn man sieht sehr schön, wie fest sich die Reben an die Drähte klammern. Da braucht es eine gewisse Taktik um diese Arbeit mit effektivem Krafteinsatz in angemessener Zeit zu erledigen. Während Urban die verantwortungsvolle Aufgabe des Rebschnitts (weil dieser für das Wachstum der Rebe in den nächsten Jahren grundlegend ist) übernommen hat, habe ich gerne die niedere Arbeit des Rausziehens gewählt. Der Krafteinsatz mit den Armen war mein Ersatz für den fehlenden Sport, man kann bei dieser Arbeit sehr gut abschalten und man sieht nachher was man geschafft hat. Das ist sehr befriedigend.

Bei trockenem Wetter im Januar geht es wieder los. Wer Lust auf befriedigende Arbeit an der frischen Luft hat ist herzlich eingeladen mit uns in den Wisselbrunnen zu kommen.

Unkomplizierter Wein bereitet Trinkvergnügen.

Mit unkomplizierten Menschen umgibt man sich gerne. Kann man sich im geschäftlichen Bereich unkompliziert auf ein gemeinsames Vorgehen einigen, freuen sich alle Beteiligten. Und doch neigen wir häufig zum Gegenteil. Wir machen das Leben kompliziert. Das liegt manchmal daran, dass wir zu viel denken statt auf unser Bauchgefühl zu hören, dass wir uns zu sehr sorgen, was andere wohl über uns sagen, dass wir fünf nicht auch mal gerade sein lassen können.

Auch in der Vorbereitung auf Weihnachten sind wir Meister im kompliziert sein und kompliziert machen. Wir verwenden viel Zeit damit zu überlegen ob wir Tante Heidi etwas schenken müssen weil Tante Gisela von uns etwas bekommt. Wir diskutieren lange, wie wir Paul zu Weihnachten einladen, damit Hugo, den wir nicht dabei haben wollen, es nicht mitbekommt. Gerade in der Adventszeit können wir uns an das Erfrischende der Unkompliziertheit erinnern und uns so von Stress und Druck befreien.

HEUTE bin ich unkompliziert. Ganz einfach.

Reben heften

17. Juni 2014 | von Eva in Allgemein - (0 Comments)

Zum Tagesausklang gehen wir am Abend in den Weinberg. Heute ist Heften angesagt. Eigentlich eine einfache und entspannende Arbeit, wenn nicht ständig Triebe beim Einfädeln in den Draht abbrechen würden. Das schmerzt ziemlich.  Die Blüte beginnt. Zwei Wochen vor der Zeit….

IMG_0386kleinIMG_0384kleinHeften