Weinlese und Natur Pur

4. Oktober 2015 | von Eva in Allgemein - (0 Comments)

Weissburgunder, Chardonnay und Grauburgunder wurden letzte Woche komplett und bei einigen Rieslingweinbergen die edelfaulen Trauben gelesen. Das gab die ersten Rekordergebnisse mit 110 Grad Öchsle und 14 Promille Säure. Bei einem PH Wert von 0,28 gibt das einen „rassigen“ Wein, der nicht ganz durchgären sollte, da sonst der Alkohol zu hoch wäre. Aber mit einer guten Portion Restsüße wird die Säure darin richtig Spaß machen und vor allen Dingen für Langlebigkeit des Weines sorgen….

Mich haben, wie schon beschrieben, die Vorbereitungen zu Natur Pur ziemlich in Atem gehalten. Zwei Abende lang kochte ich das Wildschweingulasch, kaufte tagsüber ein, organisierte das Drumherum, schrieb die Preislisten und Hinweisschilder usw, usw…  Das Wetter war ideal an diesem Tag und die Besucher strömten in Scharen. Unser Weinstand lief auch gewohnt gut, doch leider wollten die Besucher so gar keinen Wurstsalat essen… Kurz, wir haben nun reichlich davon übrig und unsere Erntemannschaft freut sich über die unerwartete Ergänzung ihrer Mittags-Brotzeit…

Super erfolgreich dagegen war der Türöffnertag, zu dem die Sendung mit der Maus aufgerufen hatte und an dem wir uns spontan beteiligten, weil die Sendung mit der Maus eine der besten Sendungen im Fernsehen überhaupt ist. Wir öffneten die Tür zu Urbans Brieftaubenschlag und es kamen ca. 30 Kinder und 20 Erwachsene um alles zum Thema Brieftauben zu erfahren. Sobald mit Herrmann Heibel ein paar Fotos schickt, werde ich diese hier noch ergänzen. Und wer den Termin verpaßt hat, darf uns jederzeit gerne ansprechen. Urban erzählt sehr gerne von seiner zweiten großen Leidenschaft neben dem Wein…

Unsere bayrisch-hamburgerisch-schweizerische „Privatlesemannschaft“ ist am Wochenende leider wieder in die diversen Richtungen nach Hause gefahren. Es war eine wunderbare, arbeitsreiche aber genauso vergnüglich wie genußreiche erste Weinlesewoche. So kann es weitergehen!

Wir haben uns sehr über die zahlreichen Gäste, Kunden und Neukunden gefreut, die während der letzten 4 Tage unser Weingut besucht und unsere Weine verkostet haben. Sehr viele Besucher kannten unseren „Verkostungs-Parcours“ noch nicht und waren überrascht und begeistert von unserem etwas anderem Verkostungskonzept, das in einem kleinen Wein und Speisen Rundgang durch das ganze Haus bis hinauf zur Terrasse führte, wo man bei bestem Wetter und einem Glas Weil noch ein wenig verweilen konnte.

Vielen, vielen Dank auch hiermit an unser tolles Team, das diese langen Tage nicht müde geworden ist, immer freundlich und gut gelaunt die Gäste mit Wein und Speisen zu versorgen!!! Danke an Susanne Wolf! Du bist die Kreatorin des soviel gelobten Curry-Linsensalats und Köchin des Chili Con Carnes. Danke an Janina Kirsch und Ute Ahrens! Der Empfang der Gäste war nicht nur ob der Blütenpracht vor dem Haus eine wahrer Genuss. Danke an Octavia Kaster! Du hast unglaublich viel geleistet und jeden Tag 12 Stunden lang hunderte Häppchen zubereitet. Danke an Erhard Heitlinger! Was täten wir ohne Deine kreativen Ideen und Deinen charmanten Service? Danke an Sönje Nickel! Sie haben totz schlimmer Schmerzen wegen des Fersensporns dafür gesorgt, dass das Haus „pickobello“ ist. Danke an Eckart Waitz! Ob Wein- oder Essensnachschub, Du warst immer zur Stelle, wenn irgendwo etwas gefehlt hat. Danke an Zennon Krupa und Azad Oguz! Hunderte Weinpakete habt Ihr fix gepackt und in die Autos der Kunden verladen. Danke an Friedel Moos. Selbst im größten Trubel behältst Du beim Rechnungen schreiben einen klaren Kopf. Danke an Conny Busch! Du bist das perfekte „Mädchen für Alles“. Und last but not least: Danke an Birgit Meirer und Thomas Keber! Am vierten Tag, habt Ihr wieder für frischen Wind und als Auswechselspieler für einen nahtlosen Übergang in der Küche gesorgt.

Es hat viel Spaß gemacht mit Euch Allen!

Foto: Hermann Heibel foto@hbpa.de

Danke, Hermann Heibel, für die spontane Fotosession am Ostermontag!

 

Nachdem wir die Trauben des Jahrgangs 2014 mit klopfendem Herzen zu Riesling und Co. haben werden lassen, möchten wir Ihnen nun die Früchte unserer Arbeit nicht länger vorenthalten.

PROBIEREN. GENIESSEN. ENTSCHEIDEN.

Im Mittelpunkt unseres kleinen Genießerfestivals soll der Jahrgang 2014 stehen. Wir werden die Weine thematisch gruppieren, so dass Sie sich in aller Ruhe auf die verschiedenen Geschmacksbilder konzentrieren und sich ihre Favoriten gezielt aussuchen können. Und damit auch wirklich alle Sinne auf ihre Kosten kommen, möchten wir Sie mit kulinarische Beiträgen, selbst gekocht und zu den jeweiligen Weinen passend, verwöhnen.

VOM 14. MAI BIS ZUM 17. MAI VON 11.00 BIS 19.00

Wir erwarten Sie und ihre Freunde mit allem Guten, was die Küche und dem Besten, was unser Weinkeller zu bieten hat, denn das was wir mit dem Jahrgang 2014 in die Flaschen gebracht haben, ist wirklich eine Reise in den schönen Rheingau wert.

Herzlichst
Eva Raps und Urban Kaufmann

PS: Für die vielfältigen kulinarischen und vinologischen Genüsse berechnen wir pro Person einen kleinen Obulus in Höhe von 20 Euro, den wir Ihnen im Falle Ihres Weineinkaufs direkt wieder gutschreiben. Wenn Sie bereits Kunde unseres Weinguts sind, entfällt dieser Obulus. Zur Erleichterung unserer Planung bitten um Ihre Anmeldung per Telefon 06723-2475  oder E-Mail.

Vor fast genau einem Jahr, Anfang März 2014, sind wir hier in das Gutshaus in Hattenheim gezogen. Auch wenn wir keinen Tag lang unsere Entscheidung bereut haben, so gab es doch nicht wenige angespannte Stunden, vor allen Dingen in den ersten Wochen und Monaten. Unsere beider Leben wurden einmal durcheinandergewirbelt und auf den Kopf gestellt. Kein Handgriff war mehr vertraut, selbst der Griff zu Zahnbürste am Morgen fühlte sich anders an und wo hatte ich nun wieder meinen Autoschlüssel hingelegt oder meine Schuhe abgestellt…

Im Laufe des Jahres trat dann selbstverständlich bei vielen Situationen und Arbeiten eine gewisse Routine ein, und irgendwann begann ich mich zu fragen, ob nun mein Leben vorher streßiger gewesen ist, oder ob das Winzerleben schwieriger und schneller ist. Die endgültige Antwort auf diese Frage habe ich noch nicht gefunden, aber alleine, wenn man spürt, dass man am „richtigen Platz“ angekommen ist, erträgt man manche Sorge und manchen Ärger etwas leichter.

Aber eines ist ohne Frage gleich schön geblieben: die vielen schönen und genussreichen Veranstaltungen und die vielen Begegnungen mit lebensfrohen Genussmenschen, die wissen, was es heißt für diesen Genuss manchmal auch hart arbeiten zu müssen.

So erlebten wir in der vergangenen Woche bei den Veranstaltungen des Rheingau Gourmet & Wein Festivals wieder so manches Highlight. Vor allen Dingen um die Veranstaltung „Die besten Deutschen Spätburgunder“ darf man uns gerne etwas beneiden. Alleine schon, dass wir unseren Wein hier „auf Augenhöhe“ mit allen Winzern die Rang und Namen haben präsentieren können ist herrlich, und dann diese Weinverkostung und das hervorragende Essen von Sebastian Lühr im Kronenschlösschen miterleben zu dürfen, ist dann tatsächlich beneidenswert.

Es ging los mit einem Flight Rheingauer Spätburgunder unter den ein Württemberger von Schnaitmann „gemischt“ war… Offensichtlich war Rainer Schnaitmann mit seinem Wein nicht sehr zufrieden und betonte das in seiner Weinansprache auch recht deutlich… Vielleicht war es aber auch nur ein Marketingtrick, denn er hatte mit seinem selbstkritischen Statement nicht nur die volle Aufmerksamkeit, sondern auch noch die Lacher der Gäste auf seiner Seite. Mir persönlich hat der erste Wein aus diesem Flight besonders gut gefallen – und das lag nicht daran, dass der Weinmacher Eckhart Waitz, der diesen Wein 2012 bei Weingut Diefenhardt erzeugt hat, heute bei uns im Weingut arbeitet….

Im zweiten Flight wurden 4 Rheingauer serviert, und an letzter und vierter Stelle der 1999er Johann Maximilian R aus der Doppelmagnum. Obgleich wir den Wein noch im Januar bei der Hommage an Hans Lang verkostet hatten und Mario Scheuermann ihn auch sehr gut bewertet hat, erschien er in der Reihe der (zu) jungen 2011er und 2012er Kollegen doch sehr gereift in der Nase. Am Gaumen war er durchaus noch sehr straff und harmonierte auch gut zu den Ochsenschwanzraviolis, aber wir haben daraus gelernt, dass wir solch besondere Raritäten nur noch als „Solokämpfer“ auf die Reise schicken werden… Sobald mehrere Weine gleichzeitig nebeneinander gezeigt werden, ist jeder automatisch versucht zu vergleichen und beim Vergleich gibt es immer ein „besser“ und ein „schlechter“… Damit wird man Weinen aus der Schatzkammer leider nicht gerecht….

Besondere Herausforderung für Urban war der erste Hauptgang. Es gab nämlich Täubchen und diese sieht Urban bekanntlich lieber fliegen, als auf seinem Teller. Aber selbst er mußte zugeben, dass das Gericht hervorragend war… Die 2012er Weine von Kleinmann (Pfalz), Meyer-Näkel (Ahr) und Seeger (Baden) waren so unterschiedlich wie sie nur sein können und jeder ein Charakter für sich.

Ich muss zugeben, dass meine Konzentration durch das viele hin- und herprobieren mit den nächsten Flight (ein Weinflight ohne Essen) dann schon etwas nachlies, genauso wie meine Notizen dazu auf der Menükarte. Deutlich in Erinnerung ist mir der 2009 Spätburgunder „A“ von Franz Keller geblieben, der mein Favorit war, zwischen dem 2009er Herrenberg GG von Stodden und dem 2003 Rhini von Ziereisen…

Sinnstiftend für ein Rotweinmenü, war es, dass anstelle eines Desserts ein zweiter Hauptgang serviert wrude. Das Rinderfilet war so perfekt zubereitet, dass es offensichtlich meine ganze restliche Aufmerksamkeit für sich beansprucht hat, denn ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich mich an die Eigenheiten der letzten vier Weine von Huber, Knipser, Fürst und Molitor nicht mehr erinnern kann, denn aufgeschrieben habe ich dazu gar nichts mehr.

Und dass ich nach diesem übervollen genußreichen Nachmittag für den Rest des Tagens nicht mehr allzu leistungsfähig war, glaubt mir wohl auch jeder sofort….

Ich sag ja, ein hartes Winzerleben ist das….

Menükarte der Besten Deutschen Spätburgunder

Für die Rotweinflecken auf der Karte bin ich aber nicht verantwortlich….!

 

In der Ostschweiz, dort wo der Appenzeller Käse zu Hause ist, und wo Urban bis Ende 2013 gewirkt hat, ist die Winterzeit die Hoch-Zeit für Käsefondue-Abende, und auch Urban hat einmal jährlich die Landwirte seiner Genossenschaft zum Fondueessen eingeladen. Diesen Brauch wollen wir hier im Weingut übernehmen und hielten es dabei für ratsam, das Essen – ob der Geruchsintensität – auf der mit Zelt bedachten Dachterrasse zu organisieren. Ein Probeessen fand dann im Dezember im Rahmen unserer Betriebs-Jahresabschlussfeier statt und es wurde auch gehörig warm und dank Deko und Scheinwerfer auch sehr gemütlich.

Das aktuelle stürmische Wetter machte uns gestern jedoch einen Strich durch die Rechnung, denn das Zelt drohte mit jeder Windböhe davonzufliegen. So entschieden wir am Mittag, die Veranstaltung in den Weinkeller, sprich unser Weinlager zu verlegen. Auch hier wirkten Deko, Scheinwerfer und Heizpilze, so dass wir – und vor allen Dingen unsere Gäste – sehr glücklich über die Entscheidung waren.

Etwas aufgeregt war ich ja schon, wie das Ganze ankommen würde und ob die Atmosphäre im Keller urig und zugleich gemütlich wirken würde. Doch am Ende waren die Gäste des Lobes voll über den Aperitif mit Tresterwurst, das Käse-Fondue mit Weinprobe, dem Schweizer Verdauerle und den Vermicelles zum Dessert.

Kurzum, eine gelungene Premierenveranstaltung, die wir am 24. und 31. Januar nochmals – und dieses Mal egal bei welchem Wetter im Weinkeller – wiederholen werden.

Ein paar Plätze sind an beiden Tagen noch frei!

Am Wochenende nach dem letzten Lesetag hatten wir unser Erntedankfest, so dass außer zu einem PizzaAbend  mit den Erntehelfern keine Luft und Lust zu einer größeren Ernteabschlussfeier mit allen Angestellten blieb. Da weder Urban noch ich den neumodischen Brauch der Betriebs-Weihnachtsfeiern (Weihnachten ist am 24. Dezember!) sehr schätzen, haben wir am Freitag für unsere Mitarbeiter einen Schweizer Abend organisiert. Das Zelt auf der Terrasse, das noch vom Erntedankfest stehen blieb wurde mit Schweizer Fahnenmotiven ausgeschmückt, die Hackbrettmusik lief vom Band und es gab Treberwürste, Moscht-Bröckli, Käsefondue, Vermicelles und Appenzeller Bärli Biber…  Nur beim Wein, da blieben wir Rheingauerisch…

Die letzten gingen um kurz vor 1.00 Uhr…. Es scheint, es war ein schönes Fest!

Erntedank

27. Oktober 2014 | von Eva in Allgemein | Veranstaltungen - (0 Comments)

Die letzte wirklich große Herausforderung dieses ersten Kalenderjahres 2014 ist geschafft. Unsere Tage der offenen Tür, die wir unter das Motto „Erntedank“ gestellt haben hielten uns die vergangene Woche auf Trapp und natürlich das ganze Wochenende. Es hat viel Freude gemacht und wenn Urban und ich dann als die „Hausherren“ nach den Gästen schauen fühlt sich das richtig gut an, aber natürlich ist das auch mit viel Anspannung verbunden, zumal wir nicht einfach nur die Weine zur Verkostung hinstellen und den Rest einem Caterer überlassen. Wie im Mai haben wir einen Verkostungs-Parcours durch das ganze Haus gestaltet. Dieser begann mit einem Federweißen und von meiner Mama selbst gebackenen Zwiebelblootz (so sagt man im Fränkischen zu Zwiebelkuchen). In der Abfüllhalle gab es dann die 2013er Rieslinge und eine kleine Vertikale vom Charta – dazu von meinem Papa gebackene Käsfüß und Raps-Cracks. Mutter und Vater kamen am Samstag um 9 Uhr aus Würzburg und blieben bis Sonntag Abend. Die Mutter wie gewohnt den ganzen Tag in der Küche und der Vater die meiste Zeit bei den Gästen. Beide (79 Jahre alt) total integriert, als wären sie zu Hause in der Heckenwirtschaft. Bis am Ende der Vater sogar als Herr Lang angesprochen wurde, und wie toll es sei dass er so gut loslassen könne.. na ja, ganz so alt ist der Hans Lang dann aber doch nicht….

Zurück zum Parcours: In der roten Probierstube die weißen Burgunder mit Frischkäse-Schnittchen und im grünen Probier-Kabinett eine Vertikale des Wisselbrunnens von 2013 bis zurück zu 1998…. begleitet von selbst gemachten Terrinen – beide kulinarischen Leckereien geliefert von Cornels Biomarkt in Winkel.

Im ersten Stock gabs zur Erfrischung zwischendurch unsere Sekte mit Quiche – ebenfalls von Cornels und in der Küche dann die fruchtsüßen Kabinett und Spätlesen begleitet von Franz Kellers Leberwurst-Schnittchen oder nach Wahl von einer Kürbis Ingwer Kokos Suppe a la Erhard Heitlinger. Erhard stand zwei Tage zusammen mit Doris und Andy – meinen Münchner Freunden – in der Küche und die drei hatten alles voll im Griff bei immer bester Stimmung. So macht Gastronomie richtig Spaß! Am Ende waren 15 Liter Kürbissuppe,  Wildschwein-Ragout von 9 kg Wildschwein, das am Mittwoch erst von Joachim Destrée geschossen wurde, und zig Ministangen der super-leckere Bretzelknödel á la Doris an die ca 250 Gäste verteilt. Das Wildschwein – gekrönt von einem Rosmarin-Kürbis aus dem Backofen – wurde zu den Rotweinen im Eßzimmer gereicht. Wer dann noch etwas Wein trinken wollte konnte sich auf der mit Zelt überdachten Terrasse niederlassen und sich dabei drei 2012er Lagenrieslinge zu Gemüte führen. Die Freunde der edelsüßen Weine kamen im romantisch beleuchteten Holzfasskeller auf ihre Kosten, wo natürlich der Appenzeller und der Sbrinz nicht fehlen durften.

Die Gäste, darunter viele jangjährige Kunden des Weinguts aber auch ebenso viele „neue“ Gesichter, waren durchweg begeistert und die vielen Lobreden spornen uns an, auch weiterhin mit kreativen Ideen um unsere Kunden zu werben.

Einziges Manko des Wochenendes war die stündlich zunehmende Plage mit den Essigfliegen… Aber dieses Problem scheinen selbst die privaten Haushalte in diesen Tagen -seit es draußen zu kühl zum Überleben dieser Viecher geworden ist –  zu kennen.

Ein Tropfen Trockenbeerenauslese am Morgen danach….