Die Zeit nach der Ernte ist die Zeit in der Erntedank gefeiert wird. Im Rheingau, genauer bei den Winzern des Rheingauer Weinbauverbands, geschieht das traditionell sehr spät, nämlich am ersten Sonntag im Advent. Wir durften nun schon im zweiten Jahr diese würdige Feier als Rheingauer „Jungwinzer“ miterleben und erneut waren wir sehr davon berührt. Die Feier beginnt mit einem ökumenischen Wortgottesdienst in der romanischen Basilika von Kloster Eberbach und endet mit einer weltlichen Vesper im Laiendormitorium. Beide Räume zählen wohl zu den schönsten und monumentalsten „Wein-Tempeln“ Deutschlands und der Welt. Hier als Winzer Erntedank feiern zu dürfen ist ein ganz besonderes Privileg, angesichts dessen wir uns wieder einmal selbst kneifen müssen um festzustellen ob es die Wirklichkeit ist oder doch nur ein schöner Traum. Es ist die Wirklichkeit – wir sind dort angekommen wo über 1000 Jahre vor uns die Zisterzienser Mönche die Rheingauer Weinkultur begründet haben und haben die ehrenvolle Aufgabe übernehmen dürfen, ein kleines Kapitel der Geschichte dieser Weinkultur zu schreiben. Allein das ist doch schon fast unglaublich, ganz abgesehen von unserer ganz persönlichen Geschichte…. (Apropos, da fällt mir ein, dass ich hier seit langem eine Fortsetzung dieses Kapitels hier schuldig bin... )
Zum Glück ist der Winter ja die ruhigste Jahreszeit im Winzerleben, so dass ich sicher in Kürze Zeit und Muße finden werde, dieses Kapitel „unserer Geschichte“ zu Ende zu bringen. Das kleine Kapitel zur Geschichte der Rheingauer Weinkultur hat dagegen gerade erst begonnen. So Gott es will dauert es noch Jahre bis wir hierüber Resümee ziehen können.

Doch jetzt geht es hier erst einmal zum zehnten Türchen des Adventskalenders….

Erntedank 2015

29. Oktober 2015 | von Eva in Allgemein | Veranstaltungen - (0 Comments)
Impressionen von unserem Erntedankfest - vergrößerte Ansicht

Impressionen von unserem Erntedankfest

….nach einigen Jahren Abstinenz waren wir am letzten Sonntag wieder Mal im Weingut Hans Lang bei Ihrem Erntedankfest. Wir waren äußerst angenehm überrascht und sind begeistert, wie Sie dieses Ereignis gestaltet haben. Angefangen von den verschiedenen Weinstationen verbunden mit der Tour durch das Haus und nicht zu vergessen die vielen kleinen Leckerli, die es zwischendurch immer wieder gab. Bitte geben Sie dieses große Lob auch an Ihre fleißigen Helfer weiter, die auch bei heftigem Gedränge stets freundlich für Nachschub gesorgt haben….

Diese Mail von Kunden aus Kelkheim, steht stellvertretend für so viele lobende Worte, die wir am letzten Wochenende hören durften. Das macht froh und ein wenig stolz. Jedoch ohne die großartige Hilfe von Freunden könnten wir das so nicht leisten. Daher, tausend Dank an Euch alle, Ihr seid einfach spitze und wir sind ja so froh auf Euch zählen zu dürfen: Maja, Jost, Susanne, Christian, Erhard, Christine und Natascha. Euch – Mama und Papa Raps – gebührt alle Achtung und großes Lob für die leckeren Kässfüße, die Ihr in feinster Manier stundenlang ausgerollt, ausgestochen und gebacken habt, ganz zu schweigen von Eurer Hilfe beim Brötchen schmieren und Geschirr abspülen. Und natürlich hat auch das bewährte Weingutsteam super mitgeholfen. Es hat Spaß gemacht mit Euch: Eckart, Steffen, Zenon, Conny, Friedel. Serdar und Sönje! Danke!

Weinlese – Endspurt

14. Oktober 2015 | von Eva in Allgemein | Weingut - (0 Comments)

Mit dem Wetterbericht ist das so eine Sache. In der vergangenen Woche schien das Hochdruckgebiet so stabil, dass für diese gesamte Woche bestes Wetter vorhergesagt wurde. Herrliche Aussichten für die Trauben – ein paar Tage mehr zur vollkommenen Reife und keinerlei Fäulnisdruck in Sicht. Doch am Samstag, Sonntag gab es bereits erste Prognosen von Regenwolken ab Mittwoch. Und so kam es dann auch. Am Dienstag also die letzte Chance „unseren“ Wisselbrunnen zu lesen. Der optimale Zeitpunkt für dieses Erntejahr, denn selbst wenn es nur wenig Regen geben würde, so sind seit Montag die Temperaturen so extrem gefallen, dass sich am Reifezustand der Trauben auch nicht mehr viel ändern würde.

Wenigstens diesen einen Lesetag wollte ich selbst miterleben, die Früchte unserer Arbeit selbst ernten, denn auch in diesem Jahr waren Urban und ich regelmäßig am Abend und am Wochenende im Weinberg um die notwendigen Handarbeiten auf 33ar der Fläche im Wisselbrunnen mit eigener Hand zu erledigen.

Der Regen kam dann sogar noch früher als vorhergesagt bereits am Mittwoch, doch das kann uns jetzt die Stimmung nicht mehr allzu sehr trüben, denn die wichtigsten und besten Parzellen haben wir rechtzeitig in den Keller geholt, wo es jetzt richtig schön duftet und rauscht.

Nur unsere polnischen Erntehelfer sind nicht so glücklich, da sie nun schon wieder zwei Tage ohne Arbeit in ihrer Unterkunft im Rheinhessischen abwarten mußten. Dummerweise hatte das Regenradar für heute den ganzen Tag Regen gemeldet, so dass wir gleich morgens Bescheid gaben, dass nicht gelesen würde. Tatsächlich fing es aber erst am späten Nachmittag zu regnen an…

Ich sag ja, der Wetterbericht ist so eine Sache…  Und wann wir nun tatsächlich die letzte Fuhre heimbringen werden, ja das weiß nur der liebe Gott – dem wir jedoch so oder so dankbar sind, dass wir auch im zweiten Jahr unseres Winzerdaseins keine Naturkatastrophe erleben mußten und unter weitaus einfacheren Wetterbedingungen als 2014 einen noch viel besseren Jahrgang 2015 haben einfahren dürfen.

Von großen Mächten wunderbar geborgen…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nähere Informationen lesen Sie unter dem Punkt Termine.

Erntedank

27. Oktober 2014 | von Eva in Allgemein | Veranstaltungen - (0 Comments)

Die letzte wirklich große Herausforderung dieses ersten Kalenderjahres 2014 ist geschafft. Unsere Tage der offenen Tür, die wir unter das Motto „Erntedank“ gestellt haben hielten uns die vergangene Woche auf Trapp und natürlich das ganze Wochenende. Es hat viel Freude gemacht und wenn Urban und ich dann als die „Hausherren“ nach den Gästen schauen fühlt sich das richtig gut an, aber natürlich ist das auch mit viel Anspannung verbunden, zumal wir nicht einfach nur die Weine zur Verkostung hinstellen und den Rest einem Caterer überlassen. Wie im Mai haben wir einen Verkostungs-Parcours durch das ganze Haus gestaltet. Dieser begann mit einem Federweißen und von meiner Mama selbst gebackenen Zwiebelblootz (so sagt man im Fränkischen zu Zwiebelkuchen). In der Abfüllhalle gab es dann die 2013er Rieslinge und eine kleine Vertikale vom Charta – dazu von meinem Papa gebackene Käsfüß und Raps-Cracks. Mutter und Vater kamen am Samstag um 9 Uhr aus Würzburg und blieben bis Sonntag Abend. Die Mutter wie gewohnt den ganzen Tag in der Küche und der Vater die meiste Zeit bei den Gästen. Beide (79 Jahre alt) total integriert, als wären sie zu Hause in der Heckenwirtschaft. Bis am Ende der Vater sogar als Herr Lang angesprochen wurde, und wie toll es sei dass er so gut loslassen könne.. na ja, ganz so alt ist der Hans Lang dann aber doch nicht….

Zurück zum Parcours: In der roten Probierstube die weißen Burgunder mit Frischkäse-Schnittchen und im grünen Probier-Kabinett eine Vertikale des Wisselbrunnens von 2013 bis zurück zu 1998…. begleitet von selbst gemachten Terrinen – beide kulinarischen Leckereien geliefert von Cornels Biomarkt in Winkel.

Im ersten Stock gabs zur Erfrischung zwischendurch unsere Sekte mit Quiche – ebenfalls von Cornels und in der Küche dann die fruchtsüßen Kabinett und Spätlesen begleitet von Franz Kellers Leberwurst-Schnittchen oder nach Wahl von einer Kürbis Ingwer Kokos Suppe a la Erhard Heitlinger. Erhard stand zwei Tage zusammen mit Doris und Andy – meinen Münchner Freunden – in der Küche und die drei hatten alles voll im Griff bei immer bester Stimmung. So macht Gastronomie richtig Spaß! Am Ende waren 15 Liter Kürbissuppe,  Wildschwein-Ragout von 9 kg Wildschwein, das am Mittwoch erst von Joachim Destrée geschossen wurde, und zig Ministangen der super-leckere Bretzelknödel á la Doris an die ca 250 Gäste verteilt. Das Wildschwein – gekrönt von einem Rosmarin-Kürbis aus dem Backofen – wurde zu den Rotweinen im Eßzimmer gereicht. Wer dann noch etwas Wein trinken wollte konnte sich auf der mit Zelt überdachten Terrasse niederlassen und sich dabei drei 2012er Lagenrieslinge zu Gemüte führen. Die Freunde der edelsüßen Weine kamen im romantisch beleuchteten Holzfasskeller auf ihre Kosten, wo natürlich der Appenzeller und der Sbrinz nicht fehlen durften.

Die Gäste, darunter viele jangjährige Kunden des Weinguts aber auch ebenso viele „neue“ Gesichter, waren durchweg begeistert und die vielen Lobreden spornen uns an, auch weiterhin mit kreativen Ideen um unsere Kunden zu werben.

Einziges Manko des Wochenendes war die stündlich zunehmende Plage mit den Essigfliegen… Aber dieses Problem scheinen selbst die privaten Haushalte in diesen Tagen -seit es draußen zu kühl zum Überleben dieser Viecher geworden ist –  zu kennen.

Ein Tropfen Trockenbeerenauslese am Morgen danach….

Es ist ein großartiger Moment, wenn aus der Kelter der erste Saft der Rieslingtrauben rinnt. Erst ein paar Tropfen, dann ein feiner Strahl und schließlich ein steter Fluss.

*Alles fließt!, wie der große Grieche Heraklit bereits um 500 v. Chr. erkannte – unter dieses Motto stellen wir unsere Herbstpräsentation, zu der wir Sie hiermit herzlich einladen.
Dann öffnen wir Tür und Tor und wagen gemeinsam mit Ihnen den berühmten Blick zurück nach vorn: auf den sich jetzt in bester Laune befindlichen Jahrgang 2013 einerseits und
auf den eben gerade jung, frisch und knackig eingebrachten 2014er andererseits.

Wir brennen darauf, unsere jüngsten Erlebnisse über das gesamte Auf und Ab der vergangenen Wochen und Monate zu schildern, bis hin zu unserer ersten Weinlese hier im Rheingau.
Es ist ein großartiges Gefühl – aber gleichzeitig auch eine Riesenherausforderung für uns beide, die wir unser Herz an Riesling & Co. verloren haben.

Am Samstag, 25. & Sonntag, 26. Oktober
von 11.00 Uhr bis 19.00 Uhr laden wir Sie zu unserem ganz persönlichen Erntedankfest ein.

Ein herzliches Dankeschön an den Allmächtigen, ein riesengroßer Dank auch an Mutter Natur und selbstverständlich auch an Sie, geschätzte Kunden, ohne die unser Wirken sinnlos
im Universum verpuffen würde. Alles hängt ja mit allem zusammen …

Aber bevor wir jetzt ins Küchenphilosophische abschweifen, kommen wir lieber mit Schweizer Präzision auf die Fakten zurück und legen für Sie schon mal den Wein kalt und den
Appenzeller bereit. Wir freuen uns auf Sie und bitten zur Erleichterung unserer Planung um Anmeldung per Telefon oder E-Mail.

Herzlichst
EVA RAPS UND URBAN KAUFMANN