18. Dezember – Reblaus

18. Dezember 2014 | von Eva in Wein-Adventskalender von A-Z

Hoffentlich wird die Kirschessigfliege nicht zur Reblaus unserer Tage… Wir selbst kamen 2014 nochmal davon, aber an anderen Orten war es wohl ziemlich kriminell.

Gestern haben wir unsere Spätburgunder, die wir kerngesund ernten konnten, verkostet. Ob im Doppelstück-Fass oder in den Barriques alle haben uns richtig gut gefallen. Bis vor Kurzem konnte man die Roten noch gar nicht probieren, denn erst wenn der biologische Säureabbau weitgehend abgeschlossen ist, läßt sich erahnen was aus den Weinen werden wird.

Dann kommt der Einfluss des Holzes hinzu. Hier sind wir noch unschlüssig und ganz gespannt, ob das Tanin und die Rauchigkeit, die vom Fass des Holzes auf den Wein übertragen werden in den nächsten Monaten stärker zu schmecken sein wird. Wieviel davon gibt das Fass gleich in den ersten Wochen ab und wie nimmt der Wein das Ganze auf? Sehr spannend!

Überhaupt ist die Begleitung der Weine vom Most bis zur Reife, eine der spannendsten neuen Erfahrungen, die wir machen dürfen. Als Weintrinkerin hatte ich mehr oder weniger nur Einzelflaschen im Keller. Jetzt verkosten wir permanent in kurzen Abständen die gleichen Weine – und jedes mal wirken sie anders. Zum Einen liegt das immer auch am Ort und Zeitpunkt der Verkostung, dem Glas, der Temperatur des Weines, der eigenen Stimmung… aber der Wein entwickelt sich ja permanent und gerade in den Wochen und Monaten nach der Abfüllung sind die Fortschritte bzw. das was wir in den Weinen wahrnehmen enorm unterschiedlich.

 

Die Reblaus ist der natürliche Feind der Weinrebe. Sie ernährt sich von ihrem Blatt- und Wurzelwerk bis die Rebe abstirbt. Einer unser natürlichen Feinde ist auch eine Laus, eine Laus, die uns über die Leber gelaufen ist. Sie zehrt an unseren Nerven, saugt uns aus und lässt unsere Freude absterben.

Es liegt in unserer Macht, die Adventszeit zu einer „lausfreien Zeit“ zu machen. Ärgern Sie sich nicht: Wenn die Schlange bei den Weihnachtseinkäufen an der Kaufhauskasse so lange ist und Sie dringend zum nächsten Termin müssen. Wenn die Frau neben Ihnen das letzte Videospiel aus dem Regal genommen hat, das Sie Ihrem Sohn schenken wollten oder wenn die Plätzchen total verbrannt sind. Die besondere Zeit des Advents ist zu schade um sich zu ärgern. Genießen Sie stattdessen: die wunderbaren Gerüche nach Zimt und Punsch, die erleuchteten Fenster und Plätze in den Städten, die Vorfreude auf Weihnachten.

HEUTE entscheide ich mich, dass mir vor Weihnachten keine Laus über die Leber läuft. Ich genieße den Advent.

 

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