13. Dezember – Maische und Most

13. Dezember 2014 | von Eva in Wein-Adventskalender von A-Z

Einmal mehr möchte ich hervorheben, dass einige der schönen Fotos unseres Kalenders von Ralf Kaiser gemacht wurden, wie auch dieses hier.

Nachdem die Beeren von den Stielen getrennt wurden, werden sie zerdrückt. Ein Gemisch aus Fruchtfleisch, Traubenkernen, Schalen und Saft entsteht, die Maische. Sie bleibt zunächst ruhig stehen, damit sich Stoffe lösen, die wichtig für die Haltbarkeit und die Struktur des späteren Weines sind. Über die Dauer dieser Phase entscheidet der Winzer, denn die Standzeit der Maische entscheidet auch über die Charakteristik des Weines.

Wein ist Handwerksarbeit. Viele Arbeitsschritte sind notwendig. Interessant ist dabei, wie unterschiedlich und abwechslungsreich die Etappen bis zum Weingenuss sind. Da gibt es Phasen der gesteigerten Aktivität, ja fast schon des aggressiven Abtrennens, des Reißens und Aussonderns. Dann wieder wird mit behutsamer Sorgfalt gehandelt. Weitere Schritte folgen, die nie immer ganz gleich sind, nie immer die gleiche Länge haben. Der Winzer geht auf seinen Jahrgang ein, das gute Ziel immer vor Augen.

Auch der Advent braucht diesen Wechsel von schnell und langsam, Aktivität und Ruhe. Das ist leicht gesagt, denn das ist immer wieder eine echte und große Herausforderung. Rasch geht alles wieder in seinen Trott über. Doch einen Advent nach Stundenplan gibt es nicht. So schwer es auch fällt, die Herausforderung besteht darin, uns und den anderen Menschen immer wieder Zeit zum wünschenswerten Wechsel und individuell abgestuften Zeitrahmen zu geben, in dem wir „auf der Maische liegen“.

HEUTE achte ich auf meinen Tagesablauf, damit der Wechsel von schnell und langsam, Ruhe und Aktivität gelingt und mir angemessen ist.

Immer wieder bin ich ganz verblüfft, wie gut die Tagesvorsätze auf meinen Alltag übertragbar und umsetzbar sind. Heute z.B. werden wir den Tag mit einer schnellen Autofahrt nach Würzburg beginnen, dann den – hoffentlich nicht zu langatmigen – Firmungs-Gottesdienst meines Neffen besuchen und uns nach dem Mittagessen mit der Familie in den adventlichen Trubel des Rothenburger Weihnachtsmarktes stürzen. Zur Ruhe kommen wir dann erst wieder am Abend nach der Ankunft zu Hause….

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