5. Dezember – Erziehung

4. Dezember 2014 | von Eva in Wein-Adventskalender von A-Z

Das Bild entstand im März 2013 und wurde von der jungen Künstlerin Veruschka Bohn mit einer (ur)alten Mittelformatkamera aufgenommen. Urban beim Rebschnitt – bei der Erziehung der Reben. Auch beim Rebschnitt weiß man nicht so wirklich, wie „erfolgreich“ die angewandten Erziehungs-Methoden sein werden. Aber es kommt auf die Werte an – beim Rebschnitt wie bei der Kindererziehung.

Der Rebschnitt ist eine herrliche Arbeit. Man ist draußen in der Natur, wenn es allen Anderen zu kalt und ungemütlich ist. Es ist still und man spürt sich – und die Reben. Und man legt den Grundstock dessen was im Herbst sein wird. Alles ist offen, alles ist möglich. Es ist sehr spannend.

Gerade überlegen und diskutieren wir, welchen Weinberg wir im nächsten Jahr von A-Z begleiten werden. Ich plädiere für Riesling – Urban schwankt zwischen Weißburgunder, Chardonnay und Spätburgunder. Bin gespannt, was die „Abstimmung“ ergeben wird. Sicher ist, dass wir den gleichen Weinberg bearbeiten werden – und das ist eine sehr schöne gemeinsame Aufgabe…

Die Erziehung des Rebstocks geschieht durch die Art, wie die Weinrebe wachsen darf. Sie kann einzeln stehen oder an Spalieren und wird zudem durch den Rebschnitt geprägt.

Die Vorweihnachtszeit ist eine tief vorgeprägte Zeit. Viele unserer Traditionen stammen aus unseren Herkunftsfamilien, sind in unserer Landes- und Religionskultur entstanden. Im Advent erinnern wir uns gerne an die eigene Kindheit. Wir pflegen liebgewonnene Kindheitstraditionen, weil wir uns im Advent nicht nur auf die Geburt des kleinen Kindes in der Krippe vorbereiten, sondern uns im übertragenen Sinne mit Jesus wieder klein in die Krippe legen wollen. Momente der Behaglichkeit und des Geborgenseins gehören zur Sehnsucht des Advents. Diese Nestwärme halten wir im Advent am Leben.

Doch es gilt auch hier, erwachsen zu werden. Das Denken an die eigene Erziehung ist immer auch die Herausforderung, die eigenen Kinder, die Kinder im persönlichen Umfeld in diesem Sinne zu erziehen. Nur was wir erlebt haben, kann später erinnert werden. Deshalb ist es wichtig, in diesen Tagen Liebgewonnenes zu erinnern, zu pflegen und sich darin fallen zu lassen. Gleichzeitig sind wir aufgerufen, Traditionen weiterzugeben und neu, zeitgemäß und lebendig entstehen zu lassen.

HEUTE pflege ich eine Kindheitstradition und gestalte eine neue Tradition. Einen neuen Brauch. Der Start eines Adventbrauchtums. Etwas, was ab heute dazugehört und, wenn es sich bewährt, wiederholt werden darf.

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