Alltag

28. Oktober 2014 | von Eva in Allgemein

Der Arbeitsplatz einer strukturierten Frau

 

Eigentlich wollte ich heute die Erfahrungen unseres Erntedankfestes aufarbeiten und fein säuberlich nachrechnen und strukturiert festhalten, damit ich beim nächsten Tag der offenen Tür auf gute Kalkulationsgrundlagen zurückgreifen kann. Ganz so, wie ich es in meinen VDP Zeiten gehalten habe. Doch mit dem Unterschied, dass ich dort je nach Anlasse aus mindestens 2-3 Mitarbeiterinnen diejenige ernennen konnte, wer für diese Nacharbeit nun jeweils am besten geeignet war bzw. auch die zeitlichen Kapazitäten hatte.

Heute dagegen hatte ich weder die Wahl noch die Zeit es selbst zu tun-  und ich frage mich, liegt es daran, dass wir zu wenig Mitarbeiter haben, oder daran, dass die Aufgaben in einem Weingut doch noch vielfältiger und fordernder sind als beim VDP, oder liegt es einfach daran, dass wir einfach immer noch in der Einlernzeit sind und dass es – wie es auch beim VDP war – mindestens 3 Jahre braucht, bis wir unsere Aufgaben einigermaßen im Griff haben werden. …? Ich fürchte es ist von allem etwas dabei…

Das Bild, das ich heute von meinem Schreibtisch aufgenommen habe, spricht Bände…. und paßt eigentlich gar nicht zu mir – zumindest nicht, dass es auch jetzt noch nicht viel besser aussieht. Aber was ist das so alles, was mich beschäftigt und was ich jeweils nicht zu Ende bringen kann, bevor schon wieder die nächste Aufgabe an mich herangetragen wird?

Da kommt eine Anfrage unseres Exporteurs für einen Kunden in Taiwan, der edelsüße Weine nachfragt, die er bereits 2011 schon mal bezogen hat… Also Abgleich der Bestandsliste, stelle fest, dass die angefragten Flaschengrößen nicht mit der damaligen Bestellung übereinstimmen, Rücksprache und schließlich Bestand im Keller nachzählen und endlich eine Angebotsmail formulieren.

Ein Kunde aus Deutschland hatte schon am Donnerstag 6 Einzelflaschen aus dem Rariätenangebot, das ich in Form einer Exeltabelle für ihn erstellt habe, bestellt. Darunter echte Raritäten, wie eine 1975er BA oder eine 2001 er Auslese Goldkapsel, für die es (noch) keine Etiketten im Hause gibt, geschweige denn eine Artikelnummer im System usw… Und die Weine sollen spätestens morgen versendet werden.

Dazwischen treffen Bestellungen ein, für die Aufträge geschrieben werden müssen, ein Kunde möchte am Telefon beraten werden, dann kommt am Nachmittag die Spedition und holt die Paletten für Hamburg und Berlin ab, unser Pole Zennon braucht dringend Rückenetiketten vom Spätburgunder, die ich auf dem Termotransferdrucker selbst ausdrucke und dazwischen versuche ich in der Organisation und Planung für zig Veranstaltungen anlässlich der Glorreichen Rheingau Tage voran zu kommen: Meldung der Charta Weine für „30 Jahre Charta“, Meldung der Weine für die Veranstaltung im Kempinski Falkenstein am Samstag, Meldung der Weine für die Riesling Gala, Abstimmung der Zu- und Absagen zur Riesling-Gala, Check wer die Karten für „Wein und Speisen“ am Sonntag bezahlt hat usw, usw, usw….

Mir wird selbst gleich schwindelig bei all den Themen und damit ich morgen doch noch etwas vorankomme und vielleicht dann ein passables „vorher-nachher Bild“ hochladen kann, gehe ich jetzt schlafen….

 

 

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